[Rezension] Karin Slaughter – Cop Town

Infos zum Buch: 

Preis: 14,99€

Seitenanzahl: 544

Verlag: Blanvalet Verlag (9. November 2015)

Klappentext: Eine Stadt in Angst. Ein Killer, der Cops tötet. Zwei Frauen, die ihren Mann stehen.

Atlanta, 1974: Kate Murphy fürchtet, dass ihr erster Tag beim Police Department gleichzeitig ihr letzter sein könnte. Denn ein Killer terrorisiert die Stadt – seine Opfer sind ausschließlich Cops. Und als würde das nicht reichen, machen auch Kates männliche Kollegen ihr den Job zur Hölle: Eine weibliche Polizistin zählt in ihren Augen keinen Cent. Zum Glück ist Kate nicht allein. Auch ihre Partnerin Maggie Lawson spürt, wie die Stimmung unter den männlichen Kollegen kippt. Ihnen ist jedes Mittel recht, um den Killer zur Strecke zu bringen. Und plötzlich befindet sich Atlanta im Ausnahmezustand – denn die Cops beginnen eine brutale Menschenjagd und werden so gefährlich wie der Killer selbst.


Meine Rezension: New Cop in Town!

Karin Slaughter gehört für mich zu meinen Lieblingsthrillerautorinnen und ist bisher immer ein Garant für einen guten Thriller gewesen, deswegen habe ich mich auch schon im Voraus sehr auf das Erscheinen von „Cop Town“ gefreut.

Man wird nach Atlanta in das Jahr 1974 versetzt, eine Zeit zu der ich noch nicht lebte, sie nur aus Erzählungen oder Filmen kenne. Knallharte Polizisten, die sexistische Witze reißen, Schnurrbärte und lange Koteletten tragen und nach Old Spice riechen. Ein bißchen hatte ich immer einen Tom Selleck als „Magnum“ vor Augen bei ihren Beschreibungen der Cops.

Kate Murphy beginnt ihren ersten Tag beim Atlanta Police Department als eine der ersten Frauen in einer typischen Männerdomäne, sehr zum Missfallen ihrer Familie. Diese ist der Meinung, Kate soll doch lieber etwas Vernünftiges lernen und endlich heiraten. Sie wird ins kalte Wasser geworfen und trifft auf Kollegen, die von Frauen im Polizeidienst nichts halten, frauenfeindliche Anspielungen oder sogar Übergriffe sind an der Tagesordnung. Selbst die wenigen Polizistinnen setzen sich gegenseitig unter Druck.

Kate bekommt Maggie Lawson als Partner an die Seite gestellt. Ihr Bruder war Zeuge des letzten Mordes. Doch die beiden merken schnell, dass seine Aussage nicht die gesamte Wahrheit ist.

Bisher hat der sogenannte „Atlanta Shooter“ fünf Menschen getötet. Polizisten. Und das alles in der bekannten „Cop Town“, die Polizisten stehen alle unter größter Anspannung, wollen sie doch so schnell wie möglich diesen Mistkerl zur Strecke bringen, egal wie. Allerdings ist er anscheinend gut vertraut mit den Abläufen der Polizei, so wie er während der Morde vorgeht und den Cops immer wieder entwischt.

Ich hatte bei diesem Einzelband von Karin Slaughter zum allerersten Mal das Problem, dass ich nicht auf Anhieb in die Geschichte rein kam. Als ob ich strauchelnd nebenher laufe, so fühlte ich mich. Das hatte ich bei ihren Büchern der Grant-County Reihe nie. Leider kann ich nicht so ganz festmachen, woran es lag. Eventuell hat sich ihr Schreibstil über die Jahre geändert.

Man begleitet die beiden Hauptfiguren an ihren ersten drei Arbeitstagen beim Police Department und der Alltag wird geprägt von Gewalt, Rassismus, Schwulenfeindlichkeit und die Unterdrückung von Frauen. Erzählt wird die Geschichte abwechselnd aus der Sicht von Kate oder Maggie, zwischendurch auch von einem gewissen „Fox“. Der ständige Wechsel der Sichtweise trägt zum Spannungsaufbau bei, aber so richtig kommt die Story nicht in Gang. Der rote Faden verliert sich immer wieder zwischendurch und das Hauptaugenmerk liegt häufig auf den traumatisierten Vietnamveteranen. Diese sind verbittert gegen alles und jeden, vor allem aber von der sich wandelnden Gesellschaft überfordert. Geprägt wird der Wandel besonders durch den ersten schwarzen Bürgermeister in den Südstaaten und Frauen im Polizeidienst, die um ihre Anerkennung kämpfen. Die eigentliche Ermittlungsarbeit tritt mir zu häufig in den Hintergrund. Besonders blutig ist der Thriller nicht, die Sprache wird dominiert vom vulgären Ton der Polizisten, der die gesamte Szenerie authentisch wirken lässt.

Die Story ist gut durchdacht, am Ende fügen sich alle Puzzleteile logisch zusammen. Allerdings hätte sie ohne die ganzen Ausschweifungen insgesamt deutlich kürzer gefasst werden können. Und selbst dabei ließ es sich die Autorin nicht nehmen, nochmal richtig in die Vollen zu hauen und man erkannte die Hauptfigur am Ende kaum wieder.

Fazit: Solider Thriller, der leider nicht mit der Grant County Reihe mithalten kann. 

3/5 Punkte


2 thoughts on “[Rezension] Karin Slaughter – Cop Town

  1. Hallo ihr Beiden,

    ich bin gerade durch einen Zufall auf Euren Blog gestoßen. Herrje ist der süß! Die Schneeflocken gefallen mir total und der Drache … den möchte man ja gleich mit nach Hause nehmen!

    Jetzt aber zu dem Post: Ich habe bislang ein Buch der Autorin gelesen. Dabei habe ich aber wohl total danebengegriffen. Es handelte sich zum einen nicht um den ersten Band (eigene Dummheit ;o)) und dann war das Ende auch noch übelst. Leider kann ich mich nicht mehr daran erinnern, welches genau es war. Schade, dass auch Cop Town scheinbar nicht so zu überzeugen weiß. Ich hätte der Autorin gerne noch eine weitere Chance gegeben, zumal das Cover mich schon sehr anspricht.

    Ganz liebe Grüße
    und nochmal großes Lob an Euch für Euren Blog :o)

    Tanja

    • Huhu, ich hab durch so etwas damals die Bücher von Patricia Cornwell (eine meiner Lieblingsthrillerautorinnen) kennengelernt, das Buch gefiel mir super, war aber irgendwie schon der 8. Band ihrer Reihe. Die anderen Bücher habe ich dann gelesen, als dann eine Figur starb in den Vorgängern, die im 8. Teil aber putzmunter war, hab ich dann natürlich nicht mit den Protagonisten trauern können 😀
      Cop Town war mir irgendwie am Thriller vorbei. Ich kenne es von ihr anders und die Ermittlungsarbeit trat völlig in den Hintergrund. Schade, hatte mich sehr gefreut. Aber ihr nächstes Buch „Pretty Girls“ habe ich auch schon hier liegen. Ich gebe die Hoffnung nicht so schnell auf und da spricht mich auch die Story mehr an. Rezi folgt 😉

      Viele liebe Grüße
      Denise

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