[Rezension] Karin Slaughter – Pretty Girls

Infos zum Buch:
Preis: 19,90€

Seitenanzahl: 400

Verlag: HarperCollins (7. Dezember 2015)

Reihenfolge:

  1. Tote Blumen (Kindle-Short)
  2. Pretty Girls

Klappentext: Nervenzerfetzend spannend. Atemberaubend düster. Psychologisch raffiniert. Ein Stoff, aus dem Albträume gemacht sind. „Pretty Girls“: Der neue Roman von Karin Slaughter, dem internationalen Superstar des Thrillers!  März 1991. Nach einer Party kehrt die 19-jährige Julia nicht nach Hause zurück. Die eher halbherzig geführten Ermittlungen laufen ins Leere. Eine Leiche wird nie gefunden. Weder die Eltern noch die beiden Schwestern der Vermissten  werden je mit dem Verlust fertig. Vierundzwanzig Jahre später erschüttert eine brutale Mordserie den amerikanischen Bundesstaat Georgia. Und die frisch verwitwete Claire ist vollkommen verstört, als sie im Nachlass ihres verstorbenen Mannes brutales Filmmaterial findet, in dem Menschen ganz offensichtlich vor der Kamera auf grausame Weise ermordet werden. Eines der Opfer glaubt sie zu erkennen. Doch was hatte ihr verstorbener Mann damit zu tun? Wer war der Mensch wirklich, den sie über zwanzig Jahre zu kennen glaubte? Claire begibt sich auf eine lebensgefährliche Spurensuche, die sie immer dichter an eine unfassbare Wahrheit führt. Und an den eigenen Abgrund.


Meine Rezension: Nervenaufreibend, schlaflose Nächte garantiert

Wieviel Leid kann ein Mensch eigentlich ertragen? 25 Jahre nach dem spurlosen Verschwinden ihrer Schwester Julia, muss Claire mitansehen, wie ihr geliebter Ehemann bei einem Raubüberfall auf offener Straße erstochen wird.

Später findet Claire durch Zufall auf dem privaten PC ihres Mannes Videodateien, die perverse Sexszenen mit jungen Frauen darstellen. Die Folterungen und Vergewaltigungen wurde festgehalten, während sie starben. Wer war eigentlich ihr fürsorglicher und immer korrekter Ehemann? Die Polizei tut die Aufzeichnungen als gestellte Snuff-Videos ab.

Lydia, ihre ältere Schwester, hatte es seit Julias Verschwinden ebenfalls nicht leicht, geriet sie durch ihren drogenabhängigen Freund auf die falsche Bahn. Mittlerweile hat sie sich gefangen und führt ein halbwegs normales Leben. Die Ungewissheit, ob ihre Tochter noch lebt und nur abgehauen oder seit Jahren möglicherweise tot ist, war ihrer Mutter zu viel. Die ständige Erinnerung an Julia und die Trauer der anderen fraßen sie von innen auf, sie ließ sich scheiden und lebt mit einem neuen Mann zusammen.

Doch in der schweren Zeit finden die beiden Schwestern wieder zusammen, auch wenn sie sich die Zankereien seit frühester Kindheit noch nicht vergeben haben. Gemeinsam mit ihrer Schwester Lydia begibt sich Claire ohne die Hilfe der Polizei auf die lebengefährliche Suche nach Antworten, dabei tun sich Abgründe auf. Eine Nerven zerreißende Spannung, die mich schon fast an den Fingernägeln kauen ließ, gemischt mit detaillierten, grausamen Szenen, die das Kopfkino auf Hochtouren laufen lassen. Wirklich nichts für zart besaitete Leser, aber der Thrillerfan ist hier genau richtig.

Die Tagebuchausschnitte des Familienvaters jagten mir mehrmals eine Gänsehaut ein beim Lesen. Seine geschilderten Gefühle und Emotionen gingen mir sehr unter die Haut, da ich mir gar nicht ausmalen kann, wie schlimm es sein muss, jahrelang zu hoffen, die geliebte Person kehrt im nächsten Moment zurück.

Die Covergestaltung ist sehr ähnlich wie bei dem e-Short, größtenteils in weiß und grau gehalten, allerdings wurde hier die Blume durch das Gesicht eines Mannes mit sehr einnehmendem Blick ersetzt, der mir ein ungutes Gefühl einhaucht. Später wird auch klar, wessen Augen dargestellt sind, die einfach alles sehen können.

Nach dem Thriller „Cop Town“, der mir so gar nicht zusagte, ist Karin Slaughter hier wieder in altbekannter Form zu erleben. Spannung von der ersten bis zur letzten Seite. Viele unerwartete Wendungen, spannungsgeladene, durchdachte Story und ein fesselnder Schreibstil.

Fazit: Achtung Suchtgefahr! Nix für schwache Nerven!

5/5 Punkte


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